Autorin der Notiz: Johanna Watanabe

Wie viele Schritte pro Tag sollte man gehen?

Gehen ist für die Faszien eine Art sanfte Liebeserklärung. Und unsere Ur-Vorfahren haben ihren Faszien oft die Liebe erklärt.

Woher wissen die Wissenschaftler, wieviel unsere Ur-Vorfahren gegangen sind?

Mit Ur-Vorfahren sind jene Menschen gemeint, die noch als Jäger und Sammler gelebt haben. Sie sind 4,4 km pro Tag gegangen. Das können Wissenschaftler anhand der Knochendichte erschließen. Denn mit jedem Schritt, den du machst, wirken verschiedene Drücke und Kräfte auf alle Zellen deines Körpers.
Jeder Schritt verändert deine Knochen, deine Faszien, deine Nerven und deine Durchblutung.

Und weshalb sollten wir auch so viel gehen?

Unsere Ur-Vorfahren haben nicht so lange gelebt wie wir. Aber anhand der Knochen wissen wir, dass sie Körper hatten, die extreme Leistungen vollbringen konnten.
Letztlich können wir uns auch die Körper und Faszien der Völker ansehen, die ihren Körper faszienfreundlich bewegen. Dafür müssen wir Menschen suchen, die nicht so sesshaft und bequem leben wie wir.
Wir treffen auf Menschen ohne Rückenschmerzen, mit eleganter Haltung und hoher Beweglichkeit bis ins hohe Alter.

Wieviel sind 4,4 km in Schritten umgerechnet?

4,4 km - das entspricht 7333 Schritten bei einer Person zwischen 1,50 und 1,70 m.
Ein größerer Mensch (1,70 - 1,90m) muss nur 6286 Schritte gehen.
7333 oder 6286 Schritte sind weniger als die überall empfohlenen 10.000 Schritte.
Diese Idee mit 10.000 Schritten pro Tag kam aus Japan - habe ich irgendwo mal gelesen. Wahrscheinlich weil es dort ein eigenes Wort für 10.000 gibt. Das lies sich gut verbreiten, ist aber nicht wissenschaftlich begründet.
Trotzdem: Gehen tut den Faszien gut. Sehr gut. Vorallem wenn du barfuß oder mit Barfußschuhen gehst und deine Gehtechnik gesund ist.

Hier kommst du zum Schritt-Kilometer-Umrechner, den ich für diese Berechnung genutzt habe.

Sollte man also jeden Tag genau den gleichen Spaziergang von exakt gleicher Länge machen?

Die Biomechanikerin Katy Bowman weist darauf hin, dass es für die Zellen unserer Körper - also für unsere Faszien - einen Unterschied macht, ob wir jeden Tag die gleiche Kilometer-Anzahl zurücklegen und auch, ob wir die Strecke am Stück oder aufgeteilt zurücklegen. Sie empfiehlt beispielsweise auch mal längere Wanderungen einzuschieben und auch mal etwas Pause zu machen zwischendurch.
So wie es eben unsere Ur-Vorfahren, die noch Jäger und Sammler waren, auch gemacht haben.

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Mein Kommentar dazu

Ich dachte früher immer, man muss Sport treiben, um gesund und fit zu sein. Je mehr ich mich aber mit dem ganzen Thema beschäftige, desto eher scheint es mir so, dass es die freundliche, sanfte und sehr regelmäßige Bewegung ist, die den Faszien gut tut.